Das bedeutet zugleich: Das Vor-Corona-Niveau haben die Besucherzahlen in Sachsen noch nicht wieder erreicht. Immerhin lagen die Gästeankünfte und Übernachtungen deutlich über dem Niveau von 2022. 7,9 Millionen Gäste haben im Jahr 2023 eine Übernachtung in einer sächsischen Beherbergungseinrichtung gebucht, das entspricht einem Zuwachs von 13 Prozent gegenüber 2022. Die Zahl der Übernachtungen lag bei 19,9 Millionen und stieg damit um 10,9 Prozent. Nur die Stadt Leipzig konnte 2023 als einziges Reisegebiet die Zahlen des bisherigen Rekordjahres 2019 übertreffen – rund zwei Millionen Gäste und 3,8 Millionen Übernachtungen schlugen hier zu Buche. Der Erfolg resultiere aus einem Mix aus Touristen und Geschäftsreisenden, heißt von Seiten des Landestourismusverbandes Sachsen e.V. und der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH (TMGS). Neben kulturellen Angeboten sorgten vor allem die Leipziger Messe, die Hotellerie und die Eventlocations für zahlreiche Kongresse, Tagungen und Meetings in der Stadt.

 

79 Prozent der Besucher wollen wiederkommen

Ergänzend zu den Zahlen des Statistischen Landesamt liegen die Daten des Destination Monitors von November 2022 bis Oktober 2023 vor. Demnach kamen in dem Zeitraum 19 Prozent der deutschen Urlaubsgäste aus Sachsen selbst, zwölf Prozent aus Bayern, elf Prozent aus Brandenburg und je zehn Prozent aus Thüringen und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt kamen rund 60 Prozent aus den neuen Bundesländern (inklusive Berlin mit neun Prozent). 98 Prozent von ihnen bewerten ihre Urlaubsreise nach Sachsen als sehr gut oder gut, 79 Prozent wollen ganz bestimmt oder wahrscheinlich wiederkommen und 95 Prozent werden Sachsen ganz bestimmt beziehungsweise wahrscheinlich weiterempfehlen. Hauptaktivität der deutschen Urlaubsgäste waren mit großem Abstand der Besuch von kulturellen Sehenswürdigkeiten mit 66 Prozent (bundesweit 57 Prozent) und für 52 Prozent der Aufenthalt in der Natur (bundesweit 57 Prozent).

 

Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, zeigt sich erfreut über den Aufwärtstrend und lobte das Engagement der Beteiligten. In Kürze wolle man nun eine neue Tourismusstrategie vorstellen. Der „Masterplan Tourismus Sachsen“ sehe dabei unter anderem vor, den Fokus stärker auf den Ausbau von Ganzjahresangeboten zu legen. Herausforderungen gingen diesbezüglich mit Fachkräftemangel und Preissteigerungen einher, so Jörg Markert, Präsident des Landestourismusverbandes Sachsen e.V. Ein weiteres Thema, das Aufmerksamkeit erfordere, seien die Auswirkungen der Rückkehr zur 19-prozentigen Umsatzsteuer auf die Gastronomie. Man arbeite daran, „Lösungen zu finden und den Tourismus in Sachsen weiter zu stärken“.

 

Europäer lieben Sachsen

Sachsen scheint bei Gästen aus dem Ausland besonders an Attraktivität zu gewinnen: Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Besucher ist im Jahr 2023 um 21,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) Berlin wird Sachsen vom 5. bis 7. März 2024 weiter die Werbetrommel rühren können – am Stand der Deutschen Zentrale für Tourismus hat der Freistaat die größte Ausstellerfläche zur Verfügung. Im Mittelpunkt des diesjährigen Auftritts steht die Werbung für Chemnitz, Kulturhauptstadt Europas 2025. Außerdem sollen Themen wie der 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich und die bundesweite Kampagne der TMGS „Draußen ist mehr drin“ Besucher nach Sachsen locken.