„Verbundenheit ist so wichtig wie noch nie, in einer Welt voller feindseliger Spannungen“, so Intendant Van Hove. Konflikte seien dennoch Teil des Lebens, weshalb die Ruhrtriennale erörtern wolle, wie eine sich immer schneller verändernde Welt durch Theater, Tanz, Musiktheater, Konzerte und Installationen verstehen und gestalten lasse. Solcherart Anspruch war bei der Erstausgabe der Ruhrtriennale im vergangenen Jahr auf „gigantisches“ Interesse gestoßen, wie Kulturministerin Ina Brandes es ausdrückte. 70.000 Besucher waren der Einladung gefolgt und hatten für die „erfolgreichste Eröffnungsproduktion aller Zeiten“ gesorgt.
Die Ruhrtriennale 2025 eröffnet am 21. August mit der Weltpremiere von „I Did It My Way“, einer Musiktheaterproduktion mit der Musik von Nina Simone und Frank Sinatra, mit Lars Eidinger, Larissa Sirah Herden und der Choreografie von Serge Aimé Coulibaly. Ivo Van Hove führt damit sein eigens für die Ruhrtriennale entwickeltes Musiktheaterkonzept fort, in dem er Schauspiel, Tanz und Musik zu neuen Erzählformen verbindet. Als weitere Uraufführungen stehen das multimediale Theaterstück „Oracle“ über das Leben des Wissenschaftlers Alan Turing auf dem Programm, ebenso „Delay the Sadness“ von Sharon Eyals, wo Club Dance und klassisches Ballett aufeinandertreffen. Das Theaterkollektiv „FC Bergman“, das 2023 mit dem Silbernen Löwen der Venedig Biennale ausgezeichnet wurde, präsentiert mit „Guernica Guernica“ eine Inspiration, die auf Picassos berühmtes Gemälde zurückgeht. Der Pulitzer-Preis-Gewinner 2024, Tyshawn Sorey, bringt zwei Liederzyklen über die Stellung Schwarzer Menschen in den USA zur Aufführung und in der Kirche Katernberg wird ein achtstündiges Orgelwerk von Jonny Greenwood, dem Gitarristen von Radiohead, zu hören sein. Als weiteres musikalisches Highlight ist mit „before and after nature“ geplant.
Ausgerichtet wird die Ruhrtriennale 2025 in Zusammenarbeit mit dem Verein Mortier Awards, der auch 2025 Künstler ehrt, die „im Sinne des Gründungsintendanten der Ruhrtriennale kühne künstlerische Innovation und gesellschaftlichen Dialog verbinden“. Die Gewinner werden am letzten Festivaltag, dem 21. September, in der Jahrhunderthalle Bochum ausgezeichnet.
Insgesamt gibt es in diesem Jahr 35 Produktionen und Projekte mit 136 Veranstaltungen in Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck. 13 davon sind Eigen- und Koproduktionen sowie Auftragswerke. 630 Künstler aus 38 Ländern werden erwartet. Der Kartenvorverkauf startet heute, insgesamt werden für die Veranstaltungen rund 45.000 Karten angeboten.