Was vor Corona und bevor die ITB eine reine B2B-Messe wurde, in vielen Messehallen auf mehreren Ebenen und in sehr großen Dimensionen für Besucher geboten wurde, wird jetzt häufig deutlich kompakter auf kleinerer Fläche präsentiert. Das macht die ITB keineswegs weniger interessant und die Wege für die Fachbesucher auf dem Messegelände erfreulicherweise etwas kürzer. Die Stimmung war bestens, der Bereich der Technik umfangreicher denn je. Coming down to earth: Wozu die Messe Berlin seit mindestens den 30 Jahren, in denen ich die ITB nun schon besuche, einfach nicht in der Lage oder willens ist - eine zumutbare Situation an den Garderoben zu schaffen. Schon immer ist es so, dass viele der Besucher am letzten Messetag mit ihren Koffern anreisen, um vom Messegelände direkt zum Bahnhof oder zum Flughafen fahren zu können. Das kann natürlich von der Messe Berlin keiner wissen. Die ITB als „Leitmesse der weltweiten Tourismusbranche“ gibt es schließlich erst seit 59 Jahren. Die Garderoben jedenfalls sind ebenso schon immer personell derart schlecht besetzt, dass die Besucher aus aller Herren Länder ewige Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, um einen Mantel oder Gepäckstücke abzugeben. Kosten pro Stück mittlerweile 5,00 Euro! Als moderne Institution der Hauptstadt werden keine Quittungen mehr direkt vor Ort ausgestellt. Alles nur noch per Mail. Jeder hatte seine Mail-Adresse selbst in ein Gerät zu klimpern … die Nerven lagen beim ein oder anderen verständlicherweise blank! Es mag kleinlich klingen, sich wegen der Garderobe zu echauffieren. Fast jeder hat jedoch in einer Stadt wie Berlin schon eine gewisse Zeit der Anfahrt mit S- oder U-Bahn zur Messe zurückgelegt und möchte dann nicht noch vermeidbare Wartezeiten tolerieren müssen. Zeit ist schließlich Geld und man kommt zur Messe, um die Zeit so effizient wie möglich zu nutzen.


Leicht blank dürften die Nerven auch bei manchem gelegen haben, der beim Check-out aus seinem Hotel die neue Dimension der „City Tax Berlin“ auf seiner Rechnung realisiert hat. Ab dem 01. Januar 2025 wurde die Übernachtungssteuer auf, Achtung, 7,5% des Übernachtungspreises angehoben. Und zwar auch für Geschäftsreisende. Vor der Kulisse der ohnehin deutlich gestiegenen Hotelraten nicht gerade sexy. Was soll man sagen – Dit is Berlin, wa!


Wenig erstaunlich also, dass vielleicht auch aus solchen Gründen Berlin kürzlich aus der Top Ten des Marco Polo Trend-Guides der beliebtesten Städtereiseziele für 2025 geflogen ist. Die Stadt habe nach Corona noch nicht wieder an ihre frühere touristische Strahlkraft anknüpfen können. Was ist sonst noch los in Berlin, mit Blick auf die Branche, zum Beispiel beim BDO. Dort findet in diesen Tagen die zweite Auflage der „Think Bus 2025“ statt. Ein Forum der Buswirtschaft, bei dem sich mit Expertenvorträgen und Talkrunden zu vier Themenblöcken alles um den Bus als das klimafreundlichste Verkehrsmittel drehen soll. Am Abend geht es dann zum traditionellen, mittlerweile 21. Fastenfischessen in die Verbandsgeschäftsstelle.


Kravag raus- HDNA rein


Am Rande bemerkt: Der jahrzehnte lange Verbands-Sponsor, die Kravag Versicherung, ist raus beim BDO. Kosten und Nutzen wären aus Sicht der Versicherung wohl nicht mehr in Einklang zu bringen gewesen, war aus Kravag nahen Kreisen zu erfahren. Der BDO konnte die Lücke mit der HDNA Versicherung als sogenanntem „Goldsponsor“ offenbar schnell schließen. Der BDO wiederum scheint beim Wettbewerb „Lieblingsbusfahrer“, der aktuell in die dritte Runde geht, raus zu sein. Bei den Initiatoren und auch bei den Partnern des Wettbewerbs jedenfalls wird der BDO nicht mehr erwähnt. In der Jury jedoch ist Edith Bischof, die Vorsitzende des Ausschuss Öffentlichkeitsarbeit des BDO, weiterhin vertreten.