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Volker Bremer, Geschäftsführer der Leipziger Tourismus und Marketing GmbHGeschäftsführer der Leipziger Tourismus und Marketing GmbH

Volker Bremer (52) ist Geschäftsführer der Leipziger Tourismus und Marketing GmbH (LTM). In Leipzig findet vom 16. bis 18 April 2015 die 64. Mitgliederversammlung des Internationalen Bustouristikverbandes RDA statt, parallel dazu tagen die Gütegemeinschaft Buskomfort (GBK) und der Internationale Bustourismusverband (IBV). Das Rahmenprogramm wurde von den Busverbänden in enger Kooperation mit dem Team um Volker Bremer arrangiert.

In diesem Jahr feiert Leipzig mit vielen Veranstaltungen den 1.000 Jahrestag der urkundlichen Ersterwähnung der Stadt. Volker Bremer ist Seiteneinsteiger in der Tourismusbranche. Nach dem Wirtschaftsstudium in seiner Geburtsstadt Hannover, in dem seine Schwerpunkte auf Marketing, Unternehmensführung, Organisation und Psychologie lagen, ging er zunächst zehn Jahre lang seinem Hang zu Süßem nach: Er wurde Markenmanager und Schlüsselkundenbetreuer für die Kraft Foods GmbH (vormals Jacobs Suchard) und anschließend bei der Mars GmbH in Verden. Es folgte eine Phase als selbstständiger Unternehmensberater, in der neben Markenartikeln auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen in seinen Fokus gerieten. So betreute der Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Töchtern auch sehr intensiv den Leipziger Zoo. In jene Zeit fiel dann 2006 die Ausschreibung für den künftigen Chef einer neu zu gründenden Leipzig Tourismus und Marketing GmbH. Der Niedersachse erhielt den Zuschlag und nutzt seither jeden Zentimeter seiner Körpergröße von 1,93 Meter voller Energie und Leidenschaft für die weitere Popularisierung der sächsischen Kultur- und Messestadt. Seit Kurzem vermarktet sie sich mit den Umlandkreisen Nordsachsen und Leipzig unter der Marke „Leipzig Region“.

Volker Bremer, Geschäftsführer der Leipziger Tourismus und Marketing GmbH

 

Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Fußballprofi. Es gab keinen Tag, da ich nicht auf der Straße oder dem Sportplatz Fußball gespielt hätte.

Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt?

Ich hatte meistens Lehrer, die ich keinem Schüler wünschen würde. Ich wurde in einer sehr konservativen Schule groß, mit tendenziell eher älteren Lehrern, von denen die wenigsten über Talente verfügten, die es braucht, um andere zu begeistern: Sozial- und Individualkompetenz, Motivation, Empathie, Kommunikationsfähigkeit.

Was war das größte schulische Drama für Sie?

Es gab viele kleine, aber kein  richtig großes. Ich war kein einfacher  Schüler. 

Haben Sie als Schüler gemogelt?

Ich war Spezialist im Spickzettelschreiben. Manchmal kannte  ich aber schon dadurch, dass ich  sie ganz klein beschrieben hatte,  danach den Stoff auswendig  und brauchte sie nicht mehr. 

Ihr Lieblingsfach in der Schule?

Sport, ganz klar.

Auf welche außerschulische Leistung sind Sie besonders stolz?

Dass ich das schönste Mädchen auf meiner Schule erobert habe. Und mit ihr bin ich noch heute verheiratet, fast 27 Jahre schon!

Wer hat Sie am meisten gefördert?

Ich denke, meine Eltern. Sie haben  mich in allen Belangen unterstützt,  motiviert und gefördert.  Später dann auch meine  Frau. 

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Dass kein Tag dem anderen gleicht. Und dass ich ein nettes, hoch motiviertes Team mit denselben Zielen um mich herumhabe. Ich arbeite wirklich sehr gern mit allen.

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bezeichnen?

Besonders stolz bin ich, dass wir die Zahl der jährlichen Übernachtungen in Leipzigs touristischen Einrichtungen in den letzten acht Jahren fast verdoppelt haben. Als ich kam, waren es um die 1,6 Millionen, jetzt steuern wir auf drei Millionen.

Ihr erstes Bewerbungsgespräch: Woran erinnern Sie sich noch?

Das war direkt nach dem Studium, und ich erinnere mich daran sehr gut. Es war ein Assessment-Center eines norddeutschen Automobilherstellers. Ich stand im Wettbewerb mit zwanzig Personen um eine Stelle. Viele hatten Praktika in dem Unternehmen absolviert oder bereits Berufserfahrung. Fazit: Ich hab‘ die Stelle nicht bekommen.

Wie halten Sie sich fit?

Durch Sport, auch wenn es kein Fußball mehr ist. Nun bevorzuge ich Golf, Tennis, Radfahren. Ich gehe ins Fitnessstudio, liebe Spaziergänge mit Familie und Hund.

Welche Dinge verbinden Sie mit dem Wort Omnibus?

Viele lustige Klassenfahrten. Und geschäftlich ein wichtiges, umweltfreundliches und flexibles Transportmittel für viele Gäste, die in unsere Stadt kommen. Es ist schon sehr schön, dass der Omnibus die Chance bietet, z.B. für Seniorengruppen, Freundeskreise, Sport- und Pfarrvereine gemeinsam Ausflüge zu arrangieren. Meine 87-jährige Mutter gehört auch hierzu. Und meine Töchter nutzen den Fernbus für preisgünstige Städtetouren.

Wo haben Sie Ihren letzten Urlaub verbracht?

Unser letzter Haupturlaub führte nach Südafrika, ein wunderschönes Land.

Welches sind die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?

Glück ist ganz wichtig, persönlich wie beruflich. Dazu muss man Glück aber auch erkennen und bereit sein, es zuzulassen und zu empfinden. Zweitens die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und drittens, sich immer wieder auch erreichbare Ziele zu setzen.

Was sind die drei wichtigsten Tugenden eines Vorgesetzten?

Erstens Ziele vorgeben und das Team so steuern, dass es sie erreicht, zweitens Leidenschaft, drittens Ausdauer. Fleiß, Ausdauer, Energie werden oft für nicht so wichtig erachtet, eben deshalb macht mancher kurz vorm Ziel schlapp. Doch was man vom Team erwartet, muss man auch selber leisten.

Wer ist für Sie ein persönliches Vorbild?

Ich habe vor längerer Zeit die Autobiografie von Gandhi gelesen. Darin hat mich schon sehr beeindruckt, wie er in seinen Zielen aufging und sein ganzes Leben darauf ausrichtete. Im Alltag sind es dagegen Menschen, die aufrichtig und ehrlich für ihre Überzeugung stehen, selbst wenn dies Nachteile bringt.

Wann bereitet Ihnen Ihre Berufstätigkeit Bauchschmerzen?

Eigentlich nie.

Was macht Ihnen Angst?

Schwere Krankheiten, von denen die Familie gottseidank bisher verschont geblieben ist. Und dass sich Teile der Gesellschaft nicht mehr mitgenommen fühlen, die Politik aber keine Antwort darauf hat. Siehe Pegida oder die sehr schwachen Wahlbeteiligungen.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern am meisten?

Kreativität, Einsatz und hohe Selbstmotivation. All das finde ich in meinem Team.

Welche persönliche Freiheit vermissen Sie am meisten?

Eigentlich keine.

Wem möchten Sie gerne mal die Meinung sagen?

Wem ich sie sagen will, dem sage ich sie für gewöhnlich auch. Mich stören arrogante und überhebliche Personen in Politik, Unternehmen und Verwaltung.

Ihre größte Tugend?

Ich lasse meinen Mitarbeitern sehr viele Freiheiten, stehe ihnen zugleich aber als Coach oder Chef immer zur Seite. Meine Tür ist für sie stets offen. Ich bin absolut das Gegenteil eines Kontrollfreaks.

Ihr größtes Laster?

Wohl mein Hang zu einem guten Glas Wein und Schokolade am Abend.

Ihr Lieblingsfilm?

Es gibt zwei: „Der Pate“ von Francis Ford Coppola und „Apocalypse Now“, der eine war stilprägend für die Gattung Mafiakrimi, der andere für Anti-Kriegsfilme. Ich mag auch die Filme von Clint Eastwood als Regisseur.

Ihr Lieblingsbuch?

Ich lese im Urlaub gern skandinavische Krimis. Außerdem mag ich die oft schon surrealistischen Romane des Japaners Haruki Murakami.

Ihr Lieblingslied von den Beatles?

„All You Need Is Love“, allein wegen des Textes. Das ist eine Aussage, mit der man gut leben kann.

Welches Ziel möchten Sie unbedingt noch erreichen?

Beruflich möchte ich Leipzig und seine Region noch stärker als hoch interessantes Reiseziel profilieren. Privat wäre ich zufrieden, wenn alles so bliebe, wie es ist.

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