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Geschäftsführer Irizar Deutschland

Chafek Zerhouni ist ein „Bönnsche Jung“. Er ist 1973 in Bonn geboren. Nach seinem BWL-Studium packte ihn gleich das Bus-Fieber und er begann seine Karriere in der Busbranche in einem Busunternehmen, das einem Bekannten gehörte. „Der Bus hat mich schon immer fasziniert“, verrät Zerhouni. Als kleiner Junge stieg er begeistert in den Bus ein und fuhr zur Schule. Er gehörte zu den Jungs, die sich gerne in der Nähe des Busfahrers aufhielten und das Gespräch mit ihm suchten. Aus Faszination wurde dann Leidenschaft. Heute leitet er das deutsche Tochterunternehmen des baskischen Busherstellers Irizar mit Sitz in Neuwied, Rheinland-Pfalz.

Fahrt aufgenommen hat seine Karriere bei einem großen Busunternehmen, bei dem er in leitender Funktion tätig war. Zu seinen Aufgaben zählte unter anderem die Beschaffung von Linienbussen – große Stückzahlen. Seine Leidenschaft für den Vertrieb entdeckte Zerhouni dort. Er liebt die Technik. Als Vertriebler erhält er viel mehr Einblicke in die Technik der Fahrzeuge, sagt er. Und das bereitet ihm große Freude. Seine Karriere im Vertrieb begann 2008 bei Temsa, wo er bis 2014 tätig war.  „Die Busbranche ist so verrückt, dass man sie lieben muss! Wenn man einmal mit dieser Branche in Berührung gekommen ist, dann lässt sie einen nicht mehr los“, schreibt er. Seine neue berufliche Heimat hat der zweifache Vater bei Irizar gefunden. Anfang 2017 gründete er die Irizar Deutschland GmbH. Den Markteintritt in Deutschland hat Chafek Zerhouni gründlich geplant. „Vorher mussten noch einige Hausaufgaben gemacht werden, betont er. „Der deutsche Markt ist ein schwieriger Markt und darauf muss man gut vorbereitet sein“, weiß Zerhouni aus Erfahrung. „Halbe Sachen funktionieren nicht.“ Sein Ziel: zehn Prozent Marktanteil innerhalb von fünf Jahren auf dem deutschen Reisbusmarkt. Wenn man sich die Zulassungszahlen anschaue, so spreche man von 150 Fahrzeugen, erklärt er. Ist das realistisch? Das sei zwar sehr sportlich sowie schwierig, aber nicht unmöglich, sagt Zerhouni.

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Polizist. Mich hat der Polizist beim Fahrradführerschein in der Grundschule fasziniert. Wir durften sogar in den Streifenwagen einsteigen und die Sirene bedienen.

Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt?
Nach der Grundschule konnte ich lesen, schreiben und beherrschte die Grundrechenarten. Alles andere hat mich das Leben gelehrt. 

Was war das größte schulische Drama für Sie?
Als meine Jugendfreundin von mir weggesetzt wurde. 

Haben Sie als Schüler gemogelt?
Natürlich. Ich denke, das hat jeder schon mal getan – der eine mehr, der andere weniger. 

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Sport und Kunst.

Auf welche außerschulische Leistung sind Sie besonders stolz? 
Als ich mit meiner Fußballmannschaft (B-Jugend) bei einem Turnier in Frankreich den ersten Platz erreicht hatte. 

Wer hat Sie am meisten gefördert? 
Meine Patentante.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit? 
Jeder Tag birgt neue Herausforderungen. 

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bezeichnen? 
Im Jahr 1999 musste ich einen großen Verkehrsbetrieb restrukturieren. Dabei ist es mir gelungen, nicht in die Personalstruktur einzugreifen. 

Ihr erstes Bewerbungsgespräch: Woran erinnern Sie sich noch? 
Ehrlich gesagt an nichts. Ich habe die Festplatte mit wichtigeren Dingen überschrieben. Ich blicke in die Zukunft.

Wie halten Sie sich fit? 
Ich versuche nach Möglichkeit die Treppe anstelle des Aufzugs zu benutzen. 

Welche Dinge verbinden Sie mit dem Wort Omnibus? 
Der Omnibus ist ein schönes, luxuriöses Arbeitsgerät, welches am Ende seiner Lebensdauer sein Geld verdient hat und idealer Weise eine schöne Figur macht. 

Wo haben Sie Ihren letzten Urlaub verbracht? 
Mit meiner Frau und meinen Kindern im Schwarzwald.

Welches sind die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben? 
Die drei Grundsätze eines ehrbaren hanseatischen Kaufmanns: hart verhandeln, korrekt liefern und pünktlich bezahlen! Oder wie mein Vater immer zu sagen pflegte: „ehrlich währt am längsten“. 

Was sind die drei wichtigsten Tugenden eines Vorgesetzten? 
Teamfähigkeit, Wertschätzen der Mitarbeiter, ein offenes Ohr.

Wer ist für Sie ein persönliches Vorbild? 
Mein Vater. Und ich hoffe, ein gutes Vorbild für meine Kinder zu sein. 

Wann bereitet Ihnen Ihre Berufstätigkeit Bauchschmerzen? 
Wenn ich einen Unternehmer habe, der ernsthaft an meinem Produkt interessiert ist, und ich ihm jedoch aufgrund seiner wirtschaftlichen Situation eigentlich sagen müsste, dass es eventuell besser wäre, die Investition auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Eine typische Situation, in der man zwischen zwei Stühlen steht.  

Was macht Ihnen Angst? 
Machthaber, die unter Realitätsverlust leiden.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern am meisten? 
Aufrichtigkeit und Verbundenheit mit dem Unternehmen.

Welche persönliche Freiheit vermissen Sie am meisten? 
Einfach mal richtig abschalten zu können. Durch das Smartphone ist das leider nicht mehr möglich. 

Wem möchten Sie gerne mal die Meinung sagen? 
Das geschieht in der Regel sofort. Mit zunehmendem Alter habe ich jedoch die Methode überarbeitet. 

Ihre größte Tugend?
Hilfsbereitschaft.

Ihr größtes Laster? 
Perfektionismus.

Ihr Lieblingsfilm? 
96 Hours.

Ihr Lieblingsbuch? 
Ich lese lieber Fachmagazine.

Ihr Lieblingslied von den Beatles? 
Damit kann ich nicht dienen, mir gefällt da eher „Wind of Change“ von den Scorpions. 

Welches Ziel möchten Sie unbedingt noch erreichen? 
Gesund bleiben und den Omnibusmarkt innovativ mitgestalten. 

(Das Gespräch führte  Askin Bulut)

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