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Thomas GöttenGeschäftsführer von Anton Götten Reisen in Saarbrücken

Thomas Götten ist Geschäftsführer des im Jahr 1898 gegründeten Traditionsunternehmens Anton Götten Reisen aus Saarbrücken. Geboren und aufgewachsen in der Landeshauptstadt
ging er direkt nach dem Abitur, wie es damals üblich war, zur Bundeswehr.

Anschließend studierte Thomas Götten Betriebswirtschaftslehre in Ludwigshafen bevor er dann bei der Firma ZF im Saarbrücker Niederlassung EDV-Projekte managte. Nach eineinhalb Jahren bei ZF kam sein Vater, Erich Götten, auf ihn zu und fragte ihn, ob er sich denn vorstellen könne, im Familienbetrieb einzusteigen. Die Entscheidung fiel Thomas Götten nicht schwer. Er hatte, in erster Linie sich selbst bewiesen, dass er auf seinen eigenen Füßen stehen konnte, mit dem, was er gelernt hatte. Also war es an der Zeit, rauszufinden, ob er im Familienunternehmen glücklich werden konnte. Am 01. April 1992 stieg er dann bei Anton Götten Reisen ein. Er setzte sich aber ein zeitliches Limit von zwei Jahren, um eine Bilanz zu ziehen und eine endgültige Entscheidung zu treffen. „Ich wusste damals noch nicht, ob ich das mein Leben lang machen wollte. Denn das ist eine Lebensentscheidung gewesen“, sagt der zweifache Vater heute rückblickend. Das liegt nun 25 Jahre zurück und er ist nach wie vor leidenschaftlich dabei. Das Unternehmen wird heute in der vierten Generation geführt und feiert 2018 sein 120-jähriges Jubiläum. Die Leidenschaft für die Bus- und Gruppentouristik wurde ihm von seinem Vater Erich und seinem Onkel Kurt Götten quasi in die Wiege gelegt. „Das sind Herzblut-Touristiker von der Pike auf“, schwärmt Thomas Götten. Das Reisegeschäft entwickelt sich zurzeit prächtig bei Anton Götten Reisen. Durch das Geschäft mit der Reederei Croisi-Europe ist das Reiseprogramm flusslastig. Flusskreuzfahrten machen 40 Prozent des Reisegeschäfts aus. Zum einen vermarktet das innovative Unternehmen selbst Flussreisen im Südwest-Dreieck Trier, Frankfurt Karlsruhe und zum anderen werden Pakete geschnürt und deutschlandweit an Busunternehmen verkauft. „Unterm Strich haben sich die vergangenen drei Jahre für Anbieter von Flusskreuzfahrten sehr gut entwickelt. Die Nachfrage ist enorm, wir haben eine so hohe Auslastung wie noch nie“, verrät er. Eine gute Entwicklung erfahren auch die Segmente Seekreuzfahrten sowie Wanderreisen. Einen wichtigen Meilenstein hat das Unternehmen Anfang 2016 mit dem Bau eines Reiseterminals in Saarbrücken gesetzt, das Ende 2017 in Betrieb gehen soll.

 

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Pilot.

Wie viele Kinder, hatte auch ich diesen Traumberuf, weil die Kapitäne in ihren schicken Uniformen für mich eine unglaublich positive Ausstrahlung hatten. Was haben Sie in der Schule für das Leben gelernt?
Ich habe dort gelernt zu lernen.

Was war das größte schulische Drama für Sie?
Eine 7 in Französisch. Mein Lehrer konnte nicht glauben, dass man so viele Fehler machen konnte. Er hat diese Note sogar ins Klassenbuch eingetragen. Eine pädagogische Frechheit!

Haben Sie als Schüler gemogelt?
Ja klar! Meistens habe ich extrem kleine Spickzettel gemacht. Es war eine große Herausforderung, so klein und dennoch leserlich zu schreiben. Am Ende wurde der Spickzettel überflüssig, weil ich den Inhalt dann sowieso auswendig konnte.

Ihr Lieblingsfach in der Schule?
Mathematik.

Auf welche außerschulische Leistung sind Sie besonders stolz?
Ich wurde 1979 Saarlandmeister im Skifahren.

Wer hat Sie am meisten gefördert?
In meiner ersten Lebensphase waren das ganz klar meine Eltern. In den letzten 14 Jahren meine Frau Ursina. Sie gibt mir maximale Freiheit und bekommt dafür unendliche Liebe.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Die Vielseitigkeit. Kein Tag ist wie der andere. Immer wieder eine neue Herausforderung. Manchmal ist die Arbeit auch schwierig, wenn man an seine Grenzen kommt, aber erfüllend, wenn viele Kunden positive Kritik schreiben.

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bezeichnen?
Neben dem Segment der Wanderreisen habe ich auch die Flusskreuzfahrten in unserem Unternehmen aufgebaut. Als wir diese Reiseart 1995 als Paketer in Deutschland anderen Busunternehmen angeboten haben, gab es diese Form einer Kombireise mit Bus und Flusskreuzfahrtschiff noch nicht. Nach 22 Jahren ist unser Konzept nahezu unverändert und nach wie vor sehr erfolgreich.

Ihr erstes Bewerbungsgespräch: Woran erinnern Sie sich noch?
Ich war sehr nervös und machte mir im Vorfeld zu viele Gedanken, was ich alles falsch machen könnte. Nach dem Gespräch war ich stolz, dass man mir direkt im Anschluss den ausgeschriebenen Job angeboten hatte. Aus diesem Gespräch habe ich viele Lehren gezogen und profitiere heute noch davon.

Wie halten Sie sich fit?
Skifahren, Wandern, Nordic Walking, Golf und Schwimmen.

Welche Dinge verbinden Sie mit dem Wort Omnibus?
Eine glückliche Gruppe unterwegs zu den schönsten Plätzen Europas.

Wo haben Sie Ihren letzten Urlaub verbracht?
In Playa de Aro an der Costa Brava in unserer eigenen Ferienanlage. Ich war dort mit einer kleinen Gruppe Golf spielen.

Welches sind die drei wichtigsten Gründe für Erfolg im Leben?
Die richtige Einstellung, Ausgeglichenheit von privaten und beruflichen Anforderungen sowie Gesundheit und Glück.

Was sind die drei wichtigsten Tugenden eines Vorgesetzten?
Willenskraft, Loyalität und Freude.

Wer ist für Sie ein persönliches Vorbild?
Mein Vater Erich Götten.

Wann bereitet Ihnen Ihre Berufstätigkeit Bauchschmerzen?
Wenn ich an die Zukunft denke. Der Bus wird politisch und wirtschaftlich zu wenig unterstützt. Ganz im Gegenteil, jedes Jahr gibt es mehr Restriktionen. Steuerlich und rechtlich wird es auch immer komplizierter, ein Reiseunternehmen zu leiten. Die Aufgaben werden extrem komplex.

Was macht Ihnen Angst?
Die Endlichkeit unseres Daseins.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Ihren Mitarbeitern am meisten?
Teamgeist und Freude an der Arbeit.

Welche persönliche Freiheit vermissen Sie am meisten?
Zu jeder Zeit machen zu können, was mir gerade in den Sinn kommt.

Wem möchten Sie gerne mal die Meinung sagen?
Mit dem Surrealisten Salvador Dalí würde ich mich gerne mal austauschen und mehr zu seinem Leben und seiner Arbeit erfahren. Sein Chupa Chups Logo hat er in 30 Minuten kreiert. Heute, nach 50 Jahren wird dieses Logo unverändert jedes Jahr über vier Milliarden Mal auf dem Papier der Lutscher gedruckt. Das beeindruckt mich an ihm.

Ihre größte Tugend?
Entschlossenheit. Ihr größtes Laster? Rotwein, Rotwein und Rotwein.

Ihr Lieblingsfilm?
Highlander – es kann nur einen geben.

Ihr Lieblingsbuch?
Garp und wie er die Welt sah von John Irwing.

Ihr Lieblingslied von den Beatles?
Michelle ma belle.

Welches Ziel möchten Sie unbedingt noch erreichen?
Sehr viele Länder bereisen.

Das Gespräch führte Askin Bulut

 

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